Prävention von Kindesbeinen an!
Beeinflussen Risikofaktoren während der Kindheit das spätere Herz-Kreislauf-Risiko?
Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Body-Mass-Index (BMI)
- Blutdruck
- Blutfette
- Rauchen
Viele Schritte am Tag erwiesen sich in dieser Studie gerade für ältere Männer mit Diabetes als hilfreich: wer mehr als 2,4 km am Tag zu Fuß absolvierte, minderte sein Risiko für Herzkrankheiten auf ein Maß, welches dem von Gesunden entspricht.
Zahlreiche Studien haben bereits die gesundheitlichen Vorteile von regelmäßigem Spazieren gehen beleuchtet: wer viel zu Fuß unterwegs ist, lebt länger und erkrankt seltener an Herzerkrankungen und Krankheiten des Alters. Forscher aus den USA und Mexiko gingen in ihrer Studie nun den Vorteilen vom Spazieren gehen bei älteren Personen auf den Grund. Die Forscher interessierte im Speziellen, ob gesunde Personen und Personen mit Typ-2-Diabetes im unterschiedlichen Maß von dem Spazieren gehen profitieren.
Für ihre Studie analysierten die Forscher 2732 Männer mit und ohne Diabetes im Alter zwischen 71 und 93 Jahren. Die Männer wurden das erste Mal zwischen 1991 und 1993 untersucht. Bei allen Männern wurde erfasst, wie viel sie täglich spazieren gingen. Bei der Erstbefragung litt keiner der Männer an einer Herzkrankheit. Die Männer wurden dann für bis zu 7 Jahre nachbeobachtet.
Männer mit Typ-2-Diabtes, die weniger als 400 m am Tag zu Fuß gingen, hatten ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Herzkrankheit im Vergleich zu gesunden Männern, die genauso wenig Schritte am Tag absolvierten.
Anders verhielt es sich aber, wenn die Männer viel aktiv waren und mehr als 2,4 km am Tag (2,4 km entsprechen je nach Schrittlänge etwa 3430 bis 4000 Schritten) spazierten: in diesem Fall wiesen die Männer mit Diabetes kein höheres Risiko, am Herzen zu erkranken, im Vergleich zu den nicht an Diabetes erkrankten Männern auf.
Bei den Männern mit Diabetes minderte sich das Risiko für Herzkrankheiten mit steigender Anzahl der Schritte am Tag. Bei den gesunden Männern hingegen war dieser Zusammenhang weniger deutlich ausgeprägt.
Viel spazieren zu gehen stellt sich als einfache, sichere und leicht anwendbare Form der Bewegung dar, mit dem das Risiko für Herzkrankheiten so deutlich abgeschwächt werden kann, dass es dem von einer gesunden Person ohne Diabetes entspricht.
Quelle: DeutschesGesundheitsPortal
Mitte 2019 starb die damals 13-jährige an Diabetes Typ 1 erkrankte Emily während einer Klassenfahrt an den Folgen einer schweren Stoffwechselentgleisung durch Überzuckerung, auch Ketoazidose genannt. Das Landgericht Mönchengladbach verurteilte vor Kurzem zwei Lehrerinnen, die als Aufsichtspersonen an der Fahrt teilnahmen. Beide Lehrerinnen haben gegen dieses Urteil Revision eingelegt.
15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen leben hierzulande mit chronischen körperlichen oder psychischen Erkrankungen wie Verhaltensstörungen, Allergien oder Diabetes mellitus. Sie benötigen häufig pflegerische oder medizinische Betreuung, auch im schulischen Umfeld. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe fordern im Schulterschluss mit Kinderärztinnen und Kinderärzten sowie dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) seit Jahren die Finanzierung von Schulgesundheitsfachkräften, wie sie in anderen Ländern bereits üblich sind. Ihre Unterstützung entlastet das Lehrpersonal, Eltern und Kinder. Lebensbedrohliche Notfälle könnten durch medizinisch geschultes Fachpersonal vermieden oder früh genug erkannt und behandelt werden, sind sich die Verbände sicher.
Das Gericht kam im Verlauf des Mitte Februar 2024 stattgefundenen Prozesses zu der Überzeugung, dass die Lehrerinnen sich im Vorfeld der jahrgangsübergreifenden Klassenfahrt nach London nicht ausreichend über etwaige Vorerkrankungen der 70 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler informiert und somit nicht angemessen auf die lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung reagiert hatten. Emily wurde erst 2 Tage später in ein Krankenhaus eingeliefert und verstarb dort tags darauf. „Dieser Fall ist sehr tragisch und zeigt, dass chronisch kranke Kinder und Jugendliche mit Diabetes durchaus auch im Alltag gefährdet sein können“, sagt Professor Dr. med. Andreas Neu, Past Präsident der DDG und ehemaliger ärztlicher Direktor an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Tübingen: „Medizinische Notfälle können zudem auch spontan ohne eine schon vorher bestehende Grunderkrankung eintreten und sich lebensbedrohlich entwickeln. Dies passiert nicht nur bei Klassenfahrten, sondern weit häufiger im schulischen Alltag.“
Lehrkräfte fühlen sich häufig mit den unterschiedlichsten Hilfsleistungen für Schülerinnen und Schüler überfordert. „Sie stehen vor großen Herausforderungen, neben ihrem Lehrauftrag auch noch etwaige unterschiedliche Erkrankungen im Blick zu haben“, sagt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. „Selbst wenn Lehrerinnen und Lehrer sich bemühen, mehr über chronische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zu erfahren, stoßen sie mit ihren Kapazitäten immer wieder an Grenzen, da zu viele Aspekte berücksichtigt werden müssen.“
In vielen europäischen Länder sind Schulgesundheitsfachkräfte ein etabliertes Modell, um gesundheitliche Probleme von Schülerinnen und Schülern im Alltag aufzufangen. Etliche Modellprojekte in Deutschland haben eindrucksvoll gezeigt: Schulgesundheitsfachkräfte entlasten das Schulsystem, Lehrkräfte, Eltern und auch Kinder erheblich. „Einerseits können sie sich um die akute medizinische Grundversorgung im Schulalltag kümmern. Andererseits leisten sie einen wertvollen und kompetenten Beitrag für chronisch erkrankte Kinder, die täglichen Unterstützungsbedarf haben. Bei Kindern mit Diabetes Typ 1 helfen sie zum Beispiel bei der Glukosespiegelkontrolle oder den Insulingaben“, führt Neu aus.
„Trotz dieser offensichtlichen Vorteile von Gesundheitsfachkräften an Schulen und politischer Lippenbekenntnisse werden diese in Deutschland nach wie vor nicht finanziert, obwohl das Ziel, die Zahl der Schulgesundheitsfachkräfte zu erweitern, bereits im Koalitionsvertrag der Ampelregierung festgeschrieben wurde“, kritisieren Neu und Kröger. „Das muss sich ändern! Gerade auch, um Notfällen mit tödlichem Ausgang wie bei der Schülerin Emily vorzubeugen.“
Mit einer Online-Kampagne machten die Organisationen DDG und ihre AG Pädiatrische Diabetologie (seit 2024 DGPEAD), diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe sowie weitere Verbände bereits im Herbst 2023 auf das Thema Schulgesundheitsfachkräfte aufmerksam.
Inklusion statt Ausgrenzung!
Schulgesundheitsfachkräfte tragen zur Inklusion chronisch kranker Kinder an Schulen bei.
Zeitenwende in der Schule!
Schulgesundheitsfachkräfte entlasten Eltern, Lehrer*innen und Erzieher*innen im Schulalltag.
Chronische Krankheit? Das pack ich!
Schulgesundheitsfachkräfte unterstützen Kinder und Jugendliche beim Selbstmanagement ihrer Erkrankung.
Schule für alle!
Chronisch kranke Kinder haben ein Recht auf Beschulung – unabhängig von ihrer Erkrankung.
Quelle: DDG
Ein Diabetes-Medikament könnte laut einer aktuellen Studie auch bei Parkinson helfen. Die Substanz Lixisenatid verlangsamt das Fortschreiten der Symptome in einem geringen, aber statistisch signifikanten Umfang. „Die Ergebnisse sind sehr interessant. Wenn sich Parkinson mit dieser Klasse von Medikamenten bremsen ließe, wäre das ein Riesenerfolg“, meint Prof. Joseph Claßen, erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG). „Allerdings müssen erst Langzeitstudien durchgeführt werden, auch mit besser verträglichen, verwandten Wirkstoffen, um die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit an mehr Patient;innen nachzuweisen.“
Die Parkinson-Forschung macht große Fortschritte, bisher lässt sich die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung nach Alzheimer, von der hierzulande rund 400.000 Menschen betroffen sind, aber nur symptomatisch behandeln.
Die Wirksamkeit von Diabetes-Medikamenten bei Parkinson wird schon seit Längerem untersucht. Die aktuelle Studie, die im April 2024 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, ist jedoch die erste multizentrische klinische Studie, die Anzeichen für eine Wirksamkeit liefert. Untersucht wurden 156 Personen mit leichten bis mittelschweren Parkinson-Symptomen, die alle bereits das Standard-Parkinson-Medikament Levodopa oder andere Arzneimittel einnahmen. Die eine Hälfte von ihnen erhielt ein Jahr lang den Wirkstoff Lixisenatid, die andere ein Placebo. Nach zwölf Monaten zeigten die Teilnehmenden der Placebo-Kontrollgruppe wie erwartet eine Verschlechterung ihrer Symptome. Auf einer Skala zur Bewertung des Schweregrads der Parkinson-Krankheit, mit der gemessen wird, wie gut die Betroffenen Aufgaben wie Sprechen, Essen und Gehen ausführen können, war ihr Wert um drei Punkte gestiegen. Bei denjenigen, die das Medikament einnahmen, änderte sich die Punktzahl auf dieser Skala nicht.
„Das Ergebnis ist aufgrund des Studiendesigns interessant. Man muss aber berücksichtigen, dass drei Punkte in der Bewertung wenig sind. Es müssen weitere Studien folgen, unter anderem um zu klären, wie sich die Wirkung über mehrere Jahre hinweg entwickelt“, erklärt Prof. Claßen, erster Vorsitzender der DPG und Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig. Zudem führte die Behandlung zu Nebenwirkungen: Übelkeit trat bei fast der Hälfte und Erbrechen bei 13 % der Personen auf, die das Medikament einnahmen. Neuere Medikamente derselben Substanzklasse könnten weniger und mildere Nebenwirkungen haben oder in niedrigeren Dosen wirken.
Noch ist unklar, wie sich der positive Effekt des Diabetes-Medikaments bei Parkinson erklären lässt. Der zur Behandlung von Typ-2-Diabetiker:innen zugelassene Wirkstoff Lixisenatid ist ein sogenannter GLP-1-Rezeptoragonist (Glucagon-like Peptid-1). Es ahmt die Wirkung des natürlich vorkommenden Peptids nach und aktiviert eine intrazelluläre Signalkaskade, welche eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung physiologischer Blutzuckerwerte spielt. Der Wirkstoff gehört zu einer großen Familie ähnlicher Wirkstoffe, die in jüngster Zeit als „Abnehmspritze“ (Semaglutid) auch zur Behandlung der Adipositas eingesetzt werden. GLP-1-Medikamente sind dafür bekannt, dass sie Entzündungen reduzieren – möglicherweise hängt damit ihre Wirkungsweise zusammen.
Schon seit Längerem deuten verschiedene Studien an, dass Diabetes Typ 2 und manche neurodegenerative Krankheiten ähnliche Signalwege aufweisen. Offenbar können nicht nur Leber- und Muskelzellen, sondern auch Neurone schlecht auf Insulin reagieren, welches z. B. an Gedächtnisprozessen beteiligt ist. Dies könnte erklären, warum Menschen mit Diabetes Typ 2 z. B. ein höheres Risiko für Alzheimer haben. Eine 2017 veröffentlichte Studie aus London deutet darauf hin, dass der Wirkstoff Exenatid, ein weiteres Diabetes-Medikament, das in Deutschland seit 2007 auf dem Markt ist, auch den Krankheitsfortschritt bei Parkinson mindestens verlangsamt, wenn auch nur in geringem Umfang.
Die Forschenden vermuten, dass Exenatid die Energieversorgung der Neuronen verbessert, indem es sie wieder empfänglicher für Insulin macht, und damit Entzündungsreaktionen verringert. In zwei Anfang 2023 veröffentlichten Studien machten Forschende aus Florida und Taiwan die Beobachtung, dass die Einnahme des Wirkstoffs Metformin bei manchen Diabetes-Patient:innen offenbar eine schützende Wirkung hinsichtlich der Entwicklung einer Demenz hat. In den nächsten Monaten werden Ergebnisse einer großen klinischen Studie erwartet, in der die Auswirkungen einer zweijährigen Behandlung mit Exenatid bei Menschen mit Parkinson untersucht werden.
„Wissenschaftlich interessant sind auch die in der aktuellen Studie nicht untersuchten Fragen, ob GLP-1-Medikamente vor dem Verlust von Dopamin-produzierenden Neuronen schützen und vielleicht den Ausbruch von Parkinson verhindern können“, sagt Prof. Claßen. Das wären sehr wichtige Ziele, denn Parkinson lässt sich bisher nicht ursächlich behandeln.
Quelle: Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (DPG)
Bei dem metabolischen Fußsyndrom handelt es sich nahezu immer um ein diabetisches Fußsyndrom. Hierbei handelt es sich um eine Komplikation bei einem länger bestehenden Diabetes mellitus. In der Folge steigt das Risiko für ein Ulkus deutlich an und es besteht die Gefahr für eine Amputation. Die Prävalenz für ein diabetisches Fußsyndrom liegt bei Typ I Diabetikern nach 10 Jahren bei gut 8 Prozent und bei Typ II Diabetikern schon nach fünf Jahren bei 8,5 Prozent. Auffällig ist, dass gut 70 Prozent der in Deutschland durchgeführten Amputationen bei Diabetikern mit metabolischem Fußsyndrom durchgeführt werden.
In der eigenen Praxis wurden in den letzten 10 Jahren circa 180 Patientinnen und Patienten mit metabolischem Fußleiden behandelt. Gemäß der Klassifikation nach Wagner-Armstrong waren diese Patienten im Stadium eins bis drei bzw. A bis D. Patienten mit Nekrosen, daher Stadium vier und fünf nach Wagner, wurden in Fachkliniken überstellt und dort weiterbehandelt. Von den 180 Patienten waren circa 80 Patienten bereit neben der Leitlinientherapie auch eine Vitalstofftherapie durchzuführen. Nahezu alle Patienten zeigten eine deutlich schnellere Besserung der Beschwerden, wenn Vitalstoffe komplementär eingesetzt wurden. Die Wundheilungszeit ließ sich im Gegensatz zur alleinigen Standardtherapie nahezu halbieren. Auch Infektionen und Ischämien waren deutlich schneller therapierbar und – was den Betroffenen besonders auffiel – Schmerzen und Missempfindungen waren deutlich besser therapierbar als mit alleiniger Standardtherapie.
Welche Vitalstoffe zum Einsatz kommen, ist sehr stark Einzelfall abhängig. Hier die wichtigsten Vitalstoffe im Überblick:
Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Vitaminoid. Das sind Substanzen, die ähnliche Wirkungen haben wie Vitamine, die der Körper aber teilweise selber herstellen kann. Beim Coenzym Q10 funktioniert die Eigenproduktion altersabhängig etwa bis zum 40. Lebensjahr. Danach wird dieser Vitalstoff essentiell, daher muss er von außen zugeführt werden, was aber über die Nahrung kaum machbar ist. Die besondere Bedeutung des Coenzym Q10 liegt in seiner Rolle bei der sogenannten Atmungskettenphosphorylierung. In diesem enzymatischen Prozess wird die für uns notwendige Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP) gebildet. Die ATP-Bildung geschieht in den Kraftwerken der Zellen, in den Mitochondrien. Hierbei handelt es sich um, in unsere Körperzellen vor Urzeiten eingewanderte Bakterien, die mit unseren Zellen in Symbiose getreten sind. Pro Zelle haben wir ca. 4.000 bis 11.000 Mitochondrien. Da der menschliche Organismus aus ca. 80 Billionen Zellen besteht, besitzen wir eine gigantische Zahl an Mitochondrien. 95 Prozent der Energiebildung in den Mitochondrien ist vom Coenzym Q10 abhängig. Schon ein Verlust von wenigen Prozent an Coenzym Q10 vermindert die körperliche Energiebildung deutlich und der Organismus wird leichter krank.
Es verwundert daher nicht, dass ein dänischer Kardiologe in seiner randomisierten Doppelblindstudie (Q-Symbio Studie) feststellen konnte, dass bei einer Herzinsuffizienz – die eigentlich eine Prognose wie ein kolorektales Karzinom hat – eine verbesserte Energiezufuhr über Coenzym Q10 Gabe (Studienpräparat: Q10 Bio-Qinon Gold) die Letalität um 50% senken konnte. Ähnlich wie bei der Herzinsuffizienz ist beim metabolischen Fußsyndrom der Energiebedarf durch die atherosklerotischen Veränderungen, der oft bestehenden chronischen Wundinfektionen und der neuropathischen Veränderungen oft deutlich erhöht. Alle großen medizinischen Studien sind mit oxidiertem Coenzym Q10 durchgeführt worden, so dass die Wirksamkeit und Sicherheit gewährleistet ist.
Eines der größten Probleme beim metabolischen Fußsyndrom ist der hohe oxidative Stress in den betroffenen Fußbereichen. Hier ist eine antioxidative Therapie zwingend erforderlich. Die indirekte antioxidative Wirkung des Selens über die Glutathionperoxidasen (GPX oder auch GSH-Peroxidase) ist für das Gleichgewicht von Oxidantien und Antioxidantien im menschlichen Organismus von zentraler Bedeutung. Selen schützt über die Glutathionperoxidase biologische Makromoleküle und Biomembranen, wobei es eng mit den antioxidativen Vitaminen (A, C, E und einige B-Vitaminen) interagiert. Bei den auf dem Markt erhältlichen Supplementen wird zwischen organischen und anorganischen Selenverbindungen unterschieden. Für den langfristigen Einsatz sind organische Verbindungen besser geeignet, da sie besser resorbiert werden, eine längere Halbwertzeit haben und nicht negativ mit anderen Vitalstoffen interagieren.
Zusammenfassung
Der Einsatz von Vitalstoffen beim metabolischen Fußsyndrom ist medizinisch sinnvoll und sollte der Standardtherapie hinzugefügt werden, denn nahezu jeder Patient profitiert von einer komplementären Therapie mit Mikronährstoffen.
Dr. med. Edmund Schmidt und Nathalie
Schmidt (www.ensign-ohg.de)
Zu den bekanntesten Lungen- und Bronchialerkrankungen gehören Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), chronische Bronchitis, sowie chronischer Husten. Bei der chronisch obstruktiven Bronchitis sind die Bronchien dauerhaft entzündet, der Patient leidet unter Husten und Auswurf. Hier hat sich zusätzlich eine Verengung der Atemwege gebildet, die auf Medikamente nur teilweise anspricht. Wenn die Lungenbläschen bei der chronisch obstruktiven Bronchitis überblähen, spricht man von einem Lungenemphysem. Bei dieser Erkrankung sind die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid stark beeinträchtigt, die Lebenserwartung sinkt um etwa acht bis zehn Jahre.
Im Universitätsklinikum Erlangen konnten Forscher zeigen, wie eine Gabe von Vitamin D3 die zelluläre Entzündungsreaktion bei allergischem Asthma verändert und Symptome lindern kann. Kinder und Erwachsene, die Vitamin D3 ergänzten, hatten eine geringere Symptomatik, einen geringeren Schweregrad und benötigten weniger kortisonhaltige Medikamente zur Inhalation. Gleichzeitig wurden weniger allergiefördernde Antikörper (IgE), die verantwortlich sind für Erkrankungen wie Gräserpollen Allergie, Neurodermitis und Asthma bronchiale, gefunden. Durch zusätzliche Vitamin-D3-Gaben reagierte das Immunsystem sogar antientzündlich.
Die häufigste Ursache einer chronischen Bronchitis ist Rauchen, dieses ist immer mit einem hohen oxidativen Stress verbunden. Aber auch schädliche Umwelteinflüsse und wiederkehrende Entzündungsprozesse in den Bronchien sorgen für einen hohen Bedarf an Antioxidantien um schädliche freie Radikale im Organismus zu neutralisieren. Besonders COPD-Patienten weisen höhere Werte für oxidativen Stress auf (1). Antioxidativ wirkende Mikronährstoffe wie Vitamin A, C, E, K2 und Selen schützen vor oxidativen Stress und können so das (2) Fortschreiten einer chronischen Bronchitis verhindern.
Bei COPD-Intensivpatienten ist der Status der Spurenelemente Selen, Mangan und Zink verändert. Durch intravenöse Verabreichung konnte die Zeit verkürzt werden, während die kritisch erkrankten Patienten maschinell beatmet werden mussten (3).
Der Organismus kann aus den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren Stoffe herstellen, die eine Entzündung aktiv beenden. Wissenschaftler stellten fest, dass bei hohen Omega-3-Fettsäuren kleine Moleküle freigesetzt werden (4) (5). Sie senden eine Art Stoppsignal (6) für die Entzündung und tragen dann zur Lösung der Entzündung bei (7). Akute Entzündungen im Organismus dienen der Heilung und werden durch freigesetzte Moleküle rasch wieder abgeschaltet.
Bei chronischen Entzündungen läuft diese nicht kontrolliert ab, sondern sie besteht weiterhin auf einem reduzierten, aber aktiven Niveau (8) (9) (10). Dies liegt daran, dass die pro-Auflösenden Moleküle erniedrigt sind (11). Die Supplementierung mit Omega-3-haltigem Fischöl erhöht die Gewebsspiegel proauflösender Moleküle und bessert asthmatische Symptome signifikant (12) (13) (14). Die abnormale Entzündung bei Asthmatikern beginnt bereits vor der Geburt, möglicherweise durch eine Unterversorgung der Schwangeren mit Omega-3-Fettsäuren (15).
Der natürliche Extrakt aus Pinus Pinaster beinhaltet eine Kombination aus Procyanidinen, Bioflavonoiden und organischen Säuren. Er ist stark antioxidativ und entzündungshemmend wirksam, verbessert die Mikrozirkulation der Haut und Schleimhaut und wirkt nachgewiesen positiv bei Asthma und Allergien. Bei Rauchern reduzieren 50 mg pro Tag signifikant den oxidativen Stress (16).
Aus dem bisherigen Text wird ersichtlich, dass bronchiale Erkrankungen mit einer Vielzahl von biochemischen Reaktionen einhergehen. Die Abwehr freier Radikale und die Elimination von Entzündungen benötigen neben den genannten Vitalstoffen auch viel Energie. Energie wird in den Zellen bereitgestellt. Dies jedoch nur wenn genügend Coenzym Q10 gebildet wird. Leider nimmt ab dem 35. Lebensjahr die Coenzym Q10 Produktion im Organismus deutlich ab und es wird nicht genügend Energie zur Bekämpfung bronchialer Erkrankungen zur Verfügung gestellt. Daher sollten Menschen mit bronchialen Erkrankungen regelmäßig Coenzym Q10 supplementieren. Bei der Auswahl des Supplementes sollte darauf geachtet werden, dass ein oxidiertes Coenzym Q10 zum Einsatz kommt. Oxidiertes Coenzym Q10 wird besser resorbiert und wirkt schneller als andere Coenzym Q10 Rezepturen.
Chronische Lungenerkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. Die medikamentöse Therapie beruht stark auf die Gabe von Steroiden. Beides – sowohl die Erkrankung als auch die Therapie – erhöhen den Bedarf an Vitalstoffen zum Teil massiv. Es verwundert daher nicht, dass der Einsatz von Vitalstoffen die Heilung fördert und die Nebenwirkungen durch die Therapie mindert. Daher sollten Vitalstoffe in jedem Fall der Therapie hinzugefügt werden.
Dr. med. Edmund Schmidt und Nathalie
Schmidt (www.ensign-ohg.de)
Literaturverzeichnis über die Redaktion erhältlich
ahlreiche Studien haben sich bereits mit dem Einfluss von Schokolade auf die Herzgesundheit befasst, allerdings sind die bisherigen Ergebnisse uneinheitlich. Forscher der Universität von Wuhan in China untersuchten diesen spannenden Zusammenhang erneut. Dabei recherchierten sie nach Studien zum Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Schokolade und dem Risiko für koronare Herzkrankheiten (KHK), Schlaganfall und Diabetes und werteten diese im Rahmen einer Meta-Analyse aus. Eine Meta-Analyse ist ein Verfahren, dass die Ergebnisse verschiedener Studien zu einem wissenschaftlichen Forschungsgebiet zusammenfasst und bewertet.
Die chinesischen Forscher konnten insgesamt 14 Studien (6 Studien zu KHK, 7 Studien zu Schlaganfall, 5 Studien zu Diabetes; einige Studien untersuchten mehrere Krankheiten gleichzeitig) mit 508 705 Teilnehmern in ihre Analyse einschließen.
Der Vergleich von Personen mit dem höchsten und dem niedrigsten Schokoladenverzehr verdeutlichte, dass Personen mit dem höchsten Schokoladenverzehr ein niedrigeres Risiko sowohl für koronare Herzkrankheiten als auch für Schlaganfall und Diabetes aufwiesen.
Der Zusammenhang war dabei nicht gleichmäßig (gleichmäßig in dem Sinne, dass pro Anstieg des Schokoladenkonsums um eine bestimmte Menge, auch eine dementsprechend proportionale Reduktion in dem Krankheitsrisiko gesehen wurde). Bei den Studien zu den koronaren Herzkrankheiten und zum Schlaganfall unterschied sich das Risiko zu erkranken beispielweise nur wenig, wenn 3 Portionen oder 10 Portionen Schokolade pro Woche verzehrt wurden (eine Portion entsprach dabei 30 g Schokolade).
Die Studien zum Diabetesrisiko deckten auf, dass die optimale Dosis an Schokolade zur Reduktion des Diabetesrisikos bei 2 Portionen pro Woche lag. Das Diabetesrisiko konnte beim Verzehr von mehr als 6 Portionen Schokolade pro Woche nicht weiter reduziert werden.
Schokoladenkonsum war in dieser Studie mit einem reduzierten Risiko für koronare Herzkrankheiten, Schlaganfall und Diabetes assoziiert. Dabei erschien ein moderater Schokoladenverzehr in Höhe von weniger als 6 Portionen pro Woche am günstigsten, um sich vor den genannten Krankheiten zu schützen.
Quelle: DeutschesGesundheitsPortal