Vorwort Rosmarie Wallig

Liebe Mitglieder des Landesverbandes,

Das neue Jahr ist schon ganz schön fortgeschritten und wir haben bereits Frühling. Nun ist es ist Zeit für unser Mitteilungsblatt.

Im letzten Jahr wurde ein neuer Bundesvorstand gewählt, der aber bis heute noch nicht vollständig ist. Wenn Sie Interesse haben, sich im Bundesvorstand zu engagieren, melden Sie sich gerne in der Landesgeschäftsstelle.

Im März fand eine Online-Delegiertenversammlung statt. Da ich zu der Zeit an „Diabetes in Sachsen“ teilgenommen habe, hat mich Herr Böhmer vertreten. In der Geschäftsstelle des Bundesverbandes ist jetzt an drei Tagen die Woche eine Mitarbeiterin beschäftigt.
Wie geht es bei uns weiter: Das Infoblatt erscheint weiterhin monatlich und wird von Abbot unterstützt. Unser Mitteilungsblatt erscheint weiterhin zweimal im Jahr, vorausgesetzt, die beantragte Förderung wird bewilligt.

Wir wollen einen Patiententag am 05. September 2026 in Plauen durchführen. Es ist geplant, die SHG-Leiter und Mitglieder einzuladen. Weitere Informationen erhalten Sie, wenn das Programm feststeht.

Die individuelle Unterstützung der Mitglieder und Selbsthilfegruppen wird weiterhin über die Landesgeschäftsstelle organisiert und abgesichert.

Ein Treffen mit den Ostländern soll eventuell stattfinden. Das hängt natürlich auch von der Finanzierung ab. Da wir uns auf dieser Ebene über einen Zusammenschluss der schrumpfenden Landesverbände beraten, werden wir die Umsetzung des Vorhabens priorisieren.

Leider fehlen bisher noch die Zusagen zur Förderung der beantragten Projekte, so dass, wie immer zu diesem Zeitpunkt, alles offen ist.

Bleiben Sie so gesund wie möglich und genießen Sie Frühling und Sommer. Bleiben Sie als Mitglied interessiert an Neuigkeiten, die den Diabetes betreffen.

Viele Grüße Rosmarie Wallig
Landesvorsitzende


 

Krankheitserreger nutzen auch hormonelle Signalwege im Körper

Infektionen und Stoffwechselkrankheiten können sich gegenseitig begünstigen

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass schädliche Wechselbeziehungen zwischen Virus-Infektionen und Erkrankungen des Stoffwechsels bestehen können.

Bestimmte Viren tragen dazu bei, hormonelle Erkrankungen des Stoffwechsels, etwa Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 oder Adipositas, auszulösen. Umgekehrt ist es möglich, dass eine bereits bestehende Störung des Stoffwechsels den Verlauf eines Infekts ungünstig beeinflusst.

Offensichtlich nutzen die Krankheitserreger auch Signalwege von Hormonen im Körper, etwa jene zur Regulation des Zucker- und Fettstoffwechsels. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) spricht sich deshalb für eine weitere Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Hormonsystemen und infektiösen Erregern aus. Idealerweise soll dies dazu beitragen, häufige, hormonell bedingte Stoffwechselkrankheiten zu verhindern, etwa durch gezielte Impfprogramme. Gleichzeitig könne möglicherweise der Verlauf von Infekten bei bereits Stoffwechsel-Erkrankten durch eine antivirale oder hormonelle Therapie abgemildert werden.

SARS-CoV-2, Enteroviren wie Coxsackie, Influenza-, Herpes-, Epstein-Barr- oder das HI-Virus stehen in Zusammenhang mit neu auftretenden chronischen Erkrankungen des Stoffwechsels nach der eigentlichen Infektion. So zeigen Daten aus der Corona-Pandemie, dass sich etwa durch eine COVID-Erkrankung die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Diabetes mellitus Typ 1 deutlich erhöht. Aber auch andere hormonell aktive Gewebe wie die Nebennieren oder der Hypothalamus können in ihrer Funktion durch den Kontakt mit bestimmten Viren gestört werden.

Umgekehrt deuten zahlreiche epidemiologische Daten auf einen robusten Zusammenhang mit bereits bestehenden Stoffwechselerkrankungen mit der Schwere des Verlaufs hin, wenn bestimmte Viren beteiligt sind.
„Aus neuesten Untersuchungen wissen wir, dass manche Viren insulinähnliche Eiweiße oder auch Hormone produzieren können, die in den Stoffwechsel des betroffenen Organismus eingreifen“, sagt Professor Dr. med. Stefan Bornstein, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III sowie des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Neben der Stoffwechselregulation scheinen diese „viralen Hormone“ auch den Zellumsatz und den Zelltod zu beeinflussen. „Wir haben aber auch gesehen, dass antivirale Medikamente das Auftreten eines Diabetes mellitus Typ 1 durch den Erhalt der Funktion der insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse verzögern können“, fügt er hinzu. Umgekehrt habe sich gezeigt, dass klassische Medikamente, die zur Behandlung hormoneller Erkrankungen eingesetzt werden, die Anfälligkeit des Organismus für Infektionen verringern können – etwa antidiabetische Präparate wie DPP-4- Hemmer oder Metformin, so der Endokrinologe und Diabetologe.

„Man kann mittlerweile von einer endokrinen Virologie und sogar von dem Virom als einer zusätzlichen, hormonell stoffwechselaktiven Drüse sprechen“, so Bornstein, der 2024 die Berthold-Medaille der DGE erhielt. Doch viele Fragen sind noch offen: „Wir brauchen deshalb ein besseres Verständnis der Wechselwirkung der Hormonsysteme mit infektiösen Erregern – von den Grundlagen bis zur therapeutischen Anwendung“, sagt er.

So gehe es etwa darum, die Erkenntnisse für moderne therapeutische Ansätze zu nutzen: „Wenn Infektionskrankheiten Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten auslösen können, bedeutet es, dass wir durch Impfprogramme möglicherweise das Auftreten von häufigen Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und dem metabolischen Syndrom verhindern können“, zeigt er Perspektiven eines neuen Forschungsgebiets auf.

Professor Dr. med. Stephan Petersenn, Mediensprecher der DGE aus Hamburg, sieht in diesen Forschungsarbeiten einen Beleg für die enge Verzahnung der verschiedenen internistischen Fachgebiete.

„Trotz der zunehmenden Spezialisierung und Wissensverdichtung auch in der Endokrinologie wird in diesen Arbeiten die Notwendigkeit deutlich, über den Tellerrand zu schauen und den Organismus nicht nur durch die Brille der eigenen Expertise zu betrachten. Die Interaktion der menschlichen Organe untereinander und mit der Umwelt muss wieder mehr, im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen, in den Vordergrund rücken.“

Quelle: Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE)


 

Die neue Versorgungsmedizin-Verordnung bringt mehr Klarheit!

Was wurde im Herbst 2025 geändert?

Die Versorgungsmedizin‑Verordnung regelt verbindlich die medizinischen Grundsätze und Kriterien zur Feststellung des Grades der Behinderung (GdB) und des Grades der Schädigungsfolgen (GdS) in Deutschland. Im Herbst 2025 wurden einzelne Bereiche umfassend überarbeitet.

Neues Leitbild: Teilhabe im Mittelpunkt

Die Verordnung orientiert sich nun ausdrücklich an der UN‑Behindertenrechtskonvention und an § 2 SGB IX. Behinderung wird nicht mehr primär als medizinisches Problem verstanden, sondern als Ergebnis der Wechselwirkung zwischen langfristigen Beeinträchtigungen körperlicher, seelischer oder geistiger Art und Barrieren, die eine volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft verhindern.

GdB und GdS

Der GdB wird in den neu gefassten Abschnitten einheitlich als Maß für Teilhabebeeinträchtigungen verwendet. Der GdS bleibt in noch nicht überarbeiteten Teilen bestehen. Beide Größen werden nach denselben Grundsätzen bemessen.

Psychische Störungen und Schmerz: Abgrenzung

Zentrale Frage ist, wann psychische Begleiterscheinungen oder Schmerzsyndrome bereits im GdB der körperlichen Erkrankung enthalten sind und wann sie als eigenständige Komorbidität zusätzlich zu bewerten sind. Die überarbeitete Verordnung stellt klar: Die in Teil B genannten GdB‑Werte für körperliche Störungen sind pauschalisiert und umfassen typischerweise damit verbundene Beschwerden.

Konkrete Regeln

Psychische Begleiterscheinungen wie vorübergehende Traurigkeit oder leichte Ängste, die als Reaktion auf die körperliche Erkrankung auftreten, gelten als im GdB der Grunderkrankung enthalten.
Übliche Schmerzen, die direkte Symptome der Gewebeschädigung oder Erkrankung sind, sind ebenfalls im GdB der Grunderkrankung berücksichtigt, auch wenn diese Zustände erfahrungsgemäß besonders schmerzhaft sind.

Wann liegt eine Begleiterkrankung vor

Eine zusätzliche Bewertung erfolgt nur, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Erstens sind die psychischen Beschwerden oder Schmerzen erheblich stärker als aufgrund der körperlichen Veränderung zu erwarten. Zweitens erfüllen sie die Kriterien einer eigenständigen ICD‑Diagnose. Beispiele sind Anpassungsstörung oder depressive Episode bei psychischen Störungen und die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren bei Schmerzdiagnosen. Solche separat festgestellten Komorbiditäten werden bei der Bildung des Gesamt‑GdB nach Nummer 3.3 der Verordnung berücksichtigt.

Beispiel und Gutachtervorgehen

Bei einer schweren Kniearthrose mit GdB 30 sind die typischen Schmerzen und die übliche Niedergeschlagenheit bereits enthalten. Entwickelt sich jedoch infolge der Schmerzen eine diagnostizierte Depression, die erheblich über das Erwartbare hinausgeht, ist dies eine Komorbidität. Der Gutachter muss dann den GdB für die Arthrose und den GdB für die Depression getrennt ermitteln und aus beiden Werten den Gesamt‑GdB nach den Regeln der Verordnung bilden.
Wichtig
Wenn Schmerz das Leitsymptom einer psychischen Störung ist, ist dieser Schmerz im GdB der psychischen Störung enthalten und wird nicht zusätzlich bewertet.
Christoph Meyer

Vorwort Rosmarie Wallig

Liebe Mitglieder des Landesverbandes,

es ist Zeit für das zweite Mitteilungsblatt in diesem Jahr. Die Hauptveranstaltung im zweiten Halbjahr war die Mitgliederversammlung im November. Lesen Sie dazu den Beitrag im Heft.

Wir sind im Oktober zum Ländertreffen in Sachsen-Anhalt gewesen. Es war eine kleine Veranstaltung, aber wir haben uns zur Zukunft unserer Landesverbände ausgetauscht und haben über die Zusammenarbeit gesprochen.

Anfang November hatte der Bundesverband zur Vereinsratssitzung nach Leipzig eingeladen. Dort wurden die aktuelle Situation im Bundesverband besprochen und die Projekte des nächsten Jahres geplant. Die Landes- und Regionalverbände haben Einblick in ihre Arbeit gegeben.

Wir konnten in diesem Jahr leider nur wenige Projekte realisieren, da es an der Finanzierung scheiterte. Nun hat der Landesvorstand über Projekte in 2026 gesprochen, aber auch da bleibt abzuwarten, was für Mittel 2026 zur Verfügung stehen werden.

Herr Böhmer hält den Kontakt zu den Selbsthilfegruppen. Leider sinkt die Anzahl der Gruppen und der Mitglieder. Die Selbsthilfearbeit ist sehr schwierig geworden, umso wichtiger ist die Arbeit im Landesvorstand und der Geschäftsstelle.

Nun ist das Jahr fast vorbei und ich wünsche allen Mitgliedern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr. Bleiben Sie so gesund wie möglich, das wünscht Ihnen

Ihre Rosmarie Wallig
Landesvorsitzende


 

Eagle eye

Heute: Sorgen mit dem Nachwuchs

Kinder wie die Zeit vergeht – da ist doch das Jahr fast schon wieder vorbei. Dabei warte ich eigentlich noch immer darauf, dass es Sommer wird. Kommt es Ihnen auch so vor, als wenn wir in 2025 gar keinen Sommer hatten? Gefühlt ging es vom Frühling direkt zum Herbst. Wobei wir eigentlich gut zu tun hatten, Gelder aufzutreiben und die geplanten Projekte voranzubringen. Vielleicht ist mir darum nicht viel vom Sommer in Erinnerung geblieben.

Unsere Finanzen sind zum Jahresende wie immer recht angespannt. Die Förderungen der Kassen, der öffentlichen Hand und der Industrie werden geringer. Es wird zunehmend schwieriger, unsere Projekte umzusetzen und neue Projekte zum Laufen zu bringen. Dazu kommen die sinkenden Mitgliederzahlen.

Leider fehlt jungen Menschen oft das Verständnis für die Notwendigkeit, sich zu organisieren um, wie in unserem Fall, eine chronische Erkrankung mit der Kraft und Unterstützung von Mitbetroffenen zu bewältigen. Wie häufig höre ich in Gesprächen, dass Informationen oder sogar konkreter Rat aus dem Internet geholt werden. Ich will gegen die vielen Möglichkeiten von Social Media gar nichts sagen, aber es steht eben auch viel Falsches im Netz. Und natürlich wird der Computer auch nicht helfen können, wenn mal ein Engpass auftaucht. Mal eben Insulin, Teststreifen, Sensoren oder die berühmte Tasse Mehl borgen – geht halt nur im echten Leben, mit echten Kontakten.

Letzten Endes ist es wichtig, als Gruppe von Gleichgesinnten oder Gleichbetroffenen zusammen zu stehen, um die eigenen Interessen vertreten zu können. Das empfiehlt sich auch eher analog als digital, denn im Netz ist viel falscher Glanz und Schein unterwegs.

Zumindest was die Vertretung unserer Interessen als von Diabetes betroffener Menschen anbelangt wird es weitergehen. Wir haben uns zum Ländertreffen erstmalig verständigt, wie die anderen Landesverbände langfristig planen und ob ein Zusammenschluss von einzelnen Landesverbänden denkbar ist.

Um weiterhin sinnvoll zu arbeiten, müssen wir in den einzelnen Ländern das Gespräch mit den Mitgliedern suchen, ob wir bei zu geringer Mitgliederzahl die Vereinigung mit einem anderen Landesverband in Angriff nehmen sollen. Das ist eine Möglichkeit, weiterhin mit Schlagkraft die Interessenvertretung fortzuführen. Ich werde dieses Thema zur Mitgliederversammlung anstoßen und auch weiterhin ein (Adler-)Auge darauf haben.

Für den Moment wünsche ich Ihnen alles Gute und kommen Sie gut, trotz der süßen Weihnachtsverlockungen, über die Feiertage,

Ihr Matthias Böhmer


 

Wünsche zum Fest und Jahreswechsel

Die Feiertage stehen vor der Tür, für den Diabetiker keine einfache Zeit mit all den süßen Verlockungen. Andererseits soll man die Feste ja feiern, wie sie fallen. Also lassen Sie es sich gut gehen, gönnen Sie sich den einen oder anderen Genuss, sei es nun Stollen, Glühwein, Plätzchen oder was Ihnen sonst schmeckt. Der Zuckerspiegel wird es Ihnen danken, wenn Sie dafür dann einen extra Spaziergang einplanen oder vielleicht sogar eine Extrarunde durch das Fitness-Studio drehen.

Fahren Sie ein bisschen herunter, genießen Sie die Lichterzeit, die Stille und vielleicht ja sogar den Schnee, falls er kommt. Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Fest und alles Gute für das neue Jahr.

Matthias Böhmer, das Team der Geschäftsstelle und unseres Mitteilungsblattes


 

Ost-Ländertreffen 2025

Inzwischen ist es schon zur Tradition geworden, dass wir uns einmal im Jahr zum Austausch mit den Ost-Landesverbänden treffen. In diesem Jahr wurde der Erfahrungsaustausch vom Landesverband Sachsen-Anhalt organisiert.

Wir haben uns vom 17. bis 18. Oktober in Nebra getroffen und uns von der Himmelsscheibe inspirieren lassen, die Arbeit in den Landesverbänden weiterzuführen und auch langfristig zusammen zu arbeiten.
Die einzelnen Landesverbände haben in den jeweiligen Bundesländern mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. Uns allen macht die Fortführung der Arbeit Sorgen, da die finanzielle Unterstützung zunehmend geringer wird.

Sowohl die Kommunen als auch die Krankenkassen fahren ihre Unterstützung zurück, da sie ja selbst starken Belastungen ausgesetzt sind.

Auch das Problem der Altersstruktur und den Mangel an Nachwuchs beklagen alle Landesverbände.

Dennoch ist es wichtig, im Gespräch zu bleiben und neue Wege zu gehen, so dass wir uns darauf verständigen konnten, auch im kommenden Jahr ein Treffen der Ost-Verbände auf die Agenda zu setzen und die gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit fortzuführen.

Matthias Böhmer


 

ePA – ja oder nein?

Seit dem 01. Oktober 2025 müssen medizinische Einrichtungen die ePA im Alltag integrieren. Sie ist der erste Schritt in eine zeitgemäße Gesundheitsversorgung. Medizinische Daten von Patienten werden dort zentral gespeichert, um behandelnden Personen digital zur Verfügung zu stehen – vertraulich und nach höchsten Sicherheitsstandards geschützt werden.

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen haben wir für Sie recherchiert:

Was ist die ePA?

Die ePA ist ein patientengeführter und freiwilliger Gesundheitsordner. Jede gesetzlich krankenversicherte Person erhält sie automatisch von der Krankenkasse. Die Daten werden auf einem gesicherten und geschützten Server in Deutschland gespeichert. Die Organisation liegt bei der Gematik.

Wie kann ich die ePA verwenden?

Mit einer kostenlosen App am mobilen Endgerät, mit einem Kartenlesegerät an einem Rechner, vor Ort bei der Krankenkasse, mit Unterstützung durch behandelnde Personen, durch Personen, die ich als Vertreter bevollmächtige.

Welchen Inhalt hat die ePA?

Für die weitere Behandlung relevante Daten, zum Beispiel Arztbrief, Befundberichte aus der bildgebenden Diagnostik. Laborberichte. Abrechnungsdaten der Krankenkasse – auch aus der Vergangenheit, Medikationsliste mit Angabe zur Verordnung und zur tatsächlichen Abholung von Medikamenten. Zukünftig: Medikationsplan, Daten zu Erklärungen der Organ- und Gewebespende und Daten zu Hinweisen und zum Aufbewahrungsort von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Wer kann die Inhalte sehen und wie lange bearbeiten?

Patientinnen und Patienten können alle einzelnen Dokumente hochladen und verbergen bzw. löschen. Der Medikamentenplan kann nur in seiner Gesamtheit verborgen werden, nicht die einzelnen Medikamente. Behandelnde Personen oder Einrichtungen können Dokumente erst nach Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte sehen. Dauer: in der Regel haben Behandelnde Zugriff für 90 Tage, Apotheken für 3 Tage.

Was sind die Vorteile für Patienten?

Bereits vorhandene Dokumente sind gesammelt an einem Ort verfügbar. Die ePA erlaubt einen schnelleren Zugriff zu Details in Notsituationen. Die eigentliche Behandlung kann direkter beginnen. Fehler in der Behandlung und Doppeluntersuchungen werden vermieden, keine Lücken in der Medikationsliste und erhöhte Medikamentensicherheit. Künftig: Zum Beispiel erweiterte Volltextsuche und Prüfung von Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten.

Worüber kann ich genau bestimmen?

Welche Daten in der ePA liegen (bleiben), welche Einrichtung zugreifen kann (bereits vor Erstkontakt möglich, App/Ombudsstelle), Verbergen des Medikationsplanes ganz oder gar nicht (App/Ombudsstelle), der gesamten ePA widersprechen (bei Krankenkasse Ombudsstelle), dem Einstellen von Abrechnungsdaten widersprechen (App, Krankenkasse), dem Hochladen einzelner Daten bei der Einrichtung widersprechen (auch mündlich), der Sekundärnutzung als Forschungsdaten widersprechen (App/Ombudsstelle).

Wer hilft bei Fragen weiter?

Auf folgenden Internetseiten erhalten Sie weitere Informationen:
Die Patientenberatung hilft unter der Rufnummer 0800 011 77 22 zu folgenden Öffnungszeiten:
Montag
09:00Uhr – 12:00 Uhr
14:30 Uhr – 17:00 Uhr
14:30 Uhr – 17:00 Uhr
Mittwoch
09:00 Uhr – 12:00 Uhr
Donnerstag
09:00 Uhr – 12:00 Uhr
14:00 Uhr – 18:00 Uhr
Freitag 09:30 Uhr – 14:00 Uhr

Demoversionen der Krankenkassen-APPs nutzen

Die meisten Krankenkassen bieten vor der Anmeldung bei der ePA eine Demoversion an. Nutzen Sie dieses Angebot, um Ihre Entscheidung treffen zu können

Christine Melcher

Vorstand LV Sachsen-Anhalt


Die Diabetiker-Selbsthilfegruppe Plauen/Vogtland unterwegs

Diabetikergruppe aus Hochfranken im Vogtland zu Gast

Am Mittwoch, den 7. Mai trafen sich die Diabetiker-Selbsthilfegruppe Plauen/Vogtland mit einer gleichnamigen Gruppe aus
Hochfranken/Fichtelgebirge im Restaurant des Möbelhaus Biller zum gemeinsamen Kaffeetrinken. In einer kurzen Ansprache zog Gruppenleiter Lothar Schrimpf Resümee zur Entwicklung der Diabetikergruppe aus dem Vogtland. Diese wurde im Jahr 1991 gegründet. Damals waren es 88 Mitglieder und heute sind es noch 33 Mitstreiter. Seit 2010 ist Lothar Schrimpf der Gruppenchef. Die Gruppe trifft sich in der Regel am ersten Mittwoch im Monat. Jährlich werden ein bis zwei Ausfahrten organisiert. Der Gruppenleiter informierte über die 900-jährige Geschichte der Stadt Plauen. Am Ende seiner Ausführungen übergab er den Gästen das Buch „900 Jahre Plauen“. Dies wurde dankend angenommen. In Zukunft sollen die Beziehungen beider Diabetikergruppen weiter ausgebaut werden

Besuch im Schloss Schönberg

17 Mitglieder, Angehörige und Freunde der Selbsthilfegruppe Diabetes Plauen/Vogtland unternahmen am Mittwoch, den 4. Juni einen Ausflug ins Obere Vogtland mit Abstecher nach Tschechien. Um 11.25 Uhr startete der Kleinbus der Firma Fiedler-Touristik in Plauen, Hohe Straße in Richtung B92. Während der Fahrt informierte Fahrer Thomas Fiedler zur Geschichte der Plauener Straßenbahn, zum Einsatz von E-Bussen im Plauener Stadtverkehr, sowie zu den gegenwärtigen und geplanten Baumaßnahmen an der B92 von Oelsnitz bis Bad Brambach. Die Fahrtroute führte an der B92 entlang bis Abzweig Bad·Brambach. Dann ging es über Plesna (CZ) nach Skalna zum Mittagessen beim Schnitzel-Franz. Nach dem deftigen Essen in Tschechien ging es zurück ins Obere Vogtland nach Schönberg. Hauptinhalt des kleinen Tagesausflugs war die etwa 90-minutige Führung durch das Schloss Schönberg. Pünktlich um 15.00 Uhr begann die Führung durch die einzelnen Etagen des Gebäudes. Dabei wurde die Nutzung der einzelnen Räumlichkeiten erläutert. Die Gruppe drang bis ins Dachgeschoss vor, wo zur künftigen Nutzung informiert wurde. In der ersten Etage des Schlosses befinden sich Fremdenzimmer auf Hotelniveau. Zu DDR-Zeiten war im Schloss zeitweise die Schule untergebracht. Der Aufenthalt im Schloss endete mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken im Café-Restaurant. Kurz nach 17.00 Uhr startete die Rückfahrt nach Plauen, wo alle eine Stunde später wohlbehalten ankamen. Besonderer Dank gilt dem Gruppenchef Lothar Schrimpf für die gute Organisation und dem Fahrer Thomas Fiedler für die sichere Fahrt und gute Ortskenntnis. Für alle die mit waren, waren es angenehme, erlebnisreiche und
schöne Stunden unter Gleichgesinnten.

Drei Vogtländer beim Sommerfest der Diabetiker-Selbsthilfe Hochfranken-Fichtelgebirge e.V. dabei

Auf Einladung der Diabetiker-Selbsthilfe Hochfranken-Fichtelgebirge e.V. nahmen am Samstag den 5. Juli drei Vogtländer am Sommerfest in der Festscheune des Café Blüte in Lorenzreuth, einen Ortsteil von Marktredwitz, teil. Für die musikalische Umrahmung des Nachmittages sorgte das Unterhaltungsduo „Die Glückspilze“. Lothar Schrimpf und Friedhard Schürer bekamen die Möglichkeit zum Drehen des Leierkastens, was sehr gut ankam. Dies wurde mit viel Applaus belohnt. Es folgten Grußworte vom Landrat des Landkreises Wunsiedel sowie dem Bürgermeister von Marktredwitz. Beide würdigten die Leistungen der Diabetiker-Selbsthilfe Hochfranken-Fichtelgebirge und wünschten für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg in der Arbeit. Ein weiteres Grußwort kam vom Lothar Schrimpf, dem vogtländischen Diabetikergruppenchef. Er bedankte sich für die Einladung und wünschte ebenfalls alles Gute und eine weitere gute Zusammenarbeit. Dankesworte kamen auch vom Diabetiker-Vereinschef Klaus Fiedler. Er überreichte den Vogtländern je ein Bildband vom Landkreis Wunsiedel. Die Diabetiker-Selbsthilfe-Gruppe Plauen/Vogtland und die Diabetiker-Selbsthilfe Hochfranken Fichtelgebirge e.V. wollen sich künftig in regelmäßigen Abständen treffen.

Friedhard Schürer


 

Mitgliederversammlung

Kurz vor Redaktionsschluss dieses Heftes fand am 15. November 2025 die Mitgliederversammlung des Landesverbandes Sachsen statt. Im Congress Hotel Chemnitz trafen sich satzungsgemäß alle Mitglieder, die ihre Teilnahme zuvor bestätigt hatten. Neben einem Gast waren 26 stimmberechtigte Mitglieder anwesend.

Zu Beginn hielt Frau Wallig den Bericht des Landesvorstandes. Sie blickte auf die Arbeit der letzten zwei Jahre zurück. Dank des unermüdlichen Einsatzes vieler SHG‑Leiter blieben zahlreiche Gruppen aktiv.

Ein Höhepunkt der Verbandsarbeit war das Ost‑Ländertreffen mit den Verbänden aus Brandenburg und Sachsen‑Anhalt. Die Newsletter und das Mitteilungsblatt, das auch über die Landesgrenzen hinaus großes Interesse findet, erschienen regelmäßig. Herr Böhmer und die übrigen Vorstandsmitglieder besuchten zahlreiche Selbsthilfegruppen und nahmen an Sitzungen des Bundesvorstandes teil. Das Projekt „Diabetes Compliance“ wurde erfolgreich abgeschlossen.
Anschließend berichtete Schatzmeister Herr Uwe Jeckel über die finanzielle Lage des Landesverbandes. Wichtiger Erfolg war die Feststellung der Gemeinnützigkeit, die unter anderem Voraussetzung für den Empfang von Spenden ist. Er erläuterte die Einnahmen und Ausgaben für 2023 und 2024, sodass die Anwesenden die dargelegten Zahlen nachvollziehen konnten. Insbesondere die Förderungen durch Krankenkassen, öffentliche Hand und Industrie sind geringer geworden.
Es gestaltet sich zunehmend schwieriger, begonnen Projekte umzusetzen und neue Projekte zu starten. Dennoch blieb und bleibt der Mitgliedsbeitrag im Vergleich zu anderen Landesverbänden konstant niedrig. Problematisch ist die stagnierende Zahl von Mitgliedern und Selbsthilfegruppen. Ende 2024 waren noch 721 Mitglieder und 41 Selbsthilfegruppen im Landesverband Sachsen organisiert.

Dem Bericht der Revisionskommission unter Leitung von Friedhard Schürer schloss sich die Vorstellung der Prüfungsergebnisse an. Es wurden stichprobenartige Prüfungen in verschiedenen Rechnungsgruppen vorgenommen. Alles war zur Zufriedenheit der Revisorin Edeltraud Müller und von Herrn Schürer, sodass die Empfehlung folgte, den Landesvorstand zu entlasten.

Nach Diskussion und einigen Fragen wurde der Landesvorstand einstimmig entlastet. Der Versammlungsleiter, Herr Meyer, dankte dem Vorstand und der Revisionskommission herzlich für die geleistete Arbeit.
Herr Böhmer berichtete anschließend aus der Geschäftsstelle. Insbesondere der Erhalt der Selbsthilfegruppen und das Gewinnen neuer Mitglieder blieben Arbeitsschwerpunkte. Leider besteht bei jüngeren Betroffenen trotz steigender Fallzahlen wenig Interesse, sich in SHG auszutauschen oder Mitglied der Patientenorganisation zu werden. Dadurch bleibt die Stimme des Diabetikerbundes in politischen Entscheidungen oft ungehört, was sich nachteilig für Betroffene auswirkt. Deshalb kann ein Zusammenschluss mit den anderen Ost‑Landesverbänden eine Option sein (siehe auch Artikel auf Seite 3 dieses Heftes).

Die Anwesenden befürworteten diese Idee in der anschließenden Diskussion.

Christoph Meyer